[FDM-News Münster] Nutzung von FDM-Infrastrukturen; OSF schränkt Service ein

Universität Münster, SCDM fdm-news at listserv.uni-muenster.de
Mi Aug 12 12:33:51 CEST 2026


Sehr geehrte Forschende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Open-Science-Landschaft befindet sich in ständigem Wandel: Zahlreiche Tools werden von Institutionen, gemeinnützigen und kommerziellen Anbietern entwickelt und weiterentwickelt, neue Services kommen hinzu und andere fallen weg. Diese Dynamik bringt vor allem im Hinblick auf die langfristige Verfügbarkeit von Infrastruktur Unsicherheiten mit sich. Es ist daher sinnvoll, Flexibilität in der Nutzung verschiedener Anbieter zu bewahren, Abhängigkeiten zu vermeiden und Alternativen im Blick zu behalten.

Anlässlich der Ankündigung des Open Science Frameworks (OSF), ab Februar 2027 keine Upload-Möglichkeit für neue Daten mehr anzubieten, möchten wir Ihnen hiermit einige Informationen geben, wie Sie Ihre Forschungsdaten zukünftig alternativ zum OSF abgelegen und mit anderen teilen können. Da der Umstieg von OSF auf alternative Dienste u. U. einen großen Aufwand für einzelne Forschende aber auch Arbeitsgruppen oder ganze Disziplinen bedeuten kann, stehen Ihnen an der Universität Münster u. a. das MüCOS und das Service Center for Data Management (SCDM) zur Verfügung, die Sie hierbei gerne beraten und unterstützen. Die Hintergründe der Einstellung des "OSF Projects" Services können Sie hier nachlesen: https://www.cos.io/osf-changes. Leiten Sie diese Informationen gerne in Ihren Netzwerken weiter und melden Sie uns gerne Ihre Bedenken, Erfahrungen, und Empfehlungen im Umgang mit den Themen zurück.

F: Für welche Services ist es weiterhin sinnvoll, das OSF zu benutzen?
A: Bei Präregistrierungen und Preprints sind die vom OSF angebotenen Services (OSF Registrations, OSF Preprints) unter den weltweit führenden Angeboten und werden laut Informationen von OSF weiterhin bestehen bleiben. Falls Sie dennoch an Alternativen interessiert sind, gibt es spezifisch für deutsche Forschung das PsychArchives, das ebenfalls die Services Präregistrierung, Datenmanagement, Preprints anbietet: https://www.psycharchives.org<https://www.psycharchives.org/>. Für die Sozial- und Naturwissenschaften gibt es zudem die Plattform AsPredicted der University of Pennsylvania, auf der Sie Ihre Forschung präregistrieren können: https://aspredicted.org.
F: Worauf ist bei der Wahl eines Datenrepositoriums zu achten?
A: Kommerzielle Anbieter verfolgen häufig das Ziel des Vendor Lock-Ins, also der Abhängigkeit der Nutzer*innen von ihren Angeboten, was einen späteren Wechsel deutlich erschwert. Wir empfehlen daher, Infrastrukturen zu verwenden, die von öffentlichen Institutionen angeboten werden ­- das gilt sowohl für Datenmanagement- als auch für Publikationsservices. Als Angehörige*r der Uni Münster können Sie zum DFG-konformen Archivieren von Forschungsdaten z. B. den Service datasafe<https://datasafe.uni-muenster.de/> und zum dauerhaften Publizieren von Forschungsdaten den Service datastore<https://datastore.uni-muenster.de/> nutzen. Außerdem können Sie mittels sciebo<https://hochschulcloud.nrw/> Ihre eigenen Forschungsdaten sichern, oder diese mit Forschenden innerhalb und außerhalb der Uni Münster teilen. Generell sollten Sie bei der Wahl eines geeigneten Repositoriums verschiedene Aspekte beachten:

  *   Art des Providers: Handelt es sich um einen kommerziellen, gemeinnützigen oder institutionellen Anbieter? Von dieser Frage hängen häufig u. a. Nachhaltigkeit und Datenhoheit ab. Kommerzielle Anbieter erfassen häufig detaillierte Nutzungsstatistiken oder verkaufen die Daten. Im Extremfall gefährden sie dadurch die Wissenschaftsfreiheit (siehe z.B. https://stoptrackingscience.eu<https://stoptrackingscience.eu/>).
  *   Standort: Wo (d.h. in welchem Land) werden die Daten gespeichert? Dies ist z. B. wichtig mit Blick auf Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen.
  *   Fachliche oder institutionelle Bindung: Ist das Repositorium fachspezifisch, institutionell oder generisch ausgerichtet?
  *   Langzeitarchivierung: Gibt es verlässliche Angaben dazu, wie lange und unter welchen Bedingungen die Daten erhalten bleiben?
  *   Zitierfähigkeit: Werden für die Publikationen persistente Identifier (z. B. DOIs) vergeben?
  *   Kuratierung: Werden Einträge redaktionell geprüft und gepflegt, oder erfolgt die Ablage ungeprüft?
F: Wo finde ich geeignete Datenrepositorien?
A: re3data.org<http://re3data.org/> enthält eine umfassende Übersicht an Repositorien, die sich nach Fach, Anbieter, Land usw. filtern lassen.

F: Wo liegt der Unterschied zwischen datastore, miami und Zenodo?
A: datastore<https://datastore.uni-muenster.de/> und miami<https://miami.uni-muenster.de/> sind Dienste der Uni Münster für weltweitfrei zugängliche Publikationen von Daten und wissenschaftlichen Schriften. Alle Publikationen erhalten persistente Identifier und sind dauerhaft zitierfähig. Die Dienste sind für alle Uni-Angehörigen kostenlos. Im Fall von Support- und Beratungsanfragen stehen das MüCOS und die ULB Münster gerne zur Verfügung. Die Publikationsplattform Zenodo wird durch das CERN betrieben und ist ebenfalls weltweit frei zugänglich. Ein Support oder eine Datenkuration wie z. B. im Falle datastore ist hier nicht gegeben, die Nutzung von Zenodo ist aber nicht an die Mitgliedschaft zu einer bestimmten Hochschule gebunden.

F: Welche konkreten Alternativen zum OSF empfehlen Sie?
A: Zum Publizieren von Forschungsdaten empfehlen wir Zenodo bzw. datastore. Beide Dienste basieren auf der OpenSource-Software InvenioRDM, welche von einer weltweiten Community unter Koordination des CERN gepflegt und weiterentwickelt wird. Beide Dienste bieten die Möglichkeit, Forschungsdaten mit vielfältigen Metadaten zu beschreiben und z. B. mit weiteren Ressourcen zu verknüpfen. Falls Sie GitLab oder GitHub nutzen, können Sie z. B. Releases automatisch bei Zenodo registrieren lassen. Außerdem bietet Zenodo die Möglichkeit, thematisch zusammengehörige Publikationen in sog. Communities zu sammeln (z. B. MüCOS Community: https://zenodo.org/communities/muecos/records); bei datastore ist eine solche Funktionalität in Planung.

F: An wen kann ich mich bei weiteren Fragen wenden?
A: Diskutieren Sie gerne mit uns und anderen Angehörigen der Uni Münster im Open-Science-Mattermost-Kanal: https://mattermost.uni-muenster.de/openscience/channels/town-square. Im Falle von Supportanfragen per Mail wenden Sie sich gerne an das MüCOS (lukas.roeseler at uni-muenster.de<mailto:lukas.roeseler at uni-muenster.de>) oder die ULB Münster (forschungsdaten at uni-muenster.de<mailto:forschungsdaten at uni-muenster.de>).

F: Ich habe mehrere OSF Projekte, die über Februar 2027 hinaus laufen. Wie soll ich damit umgehen?
A: Sind die Daten bereits öffentlich zugängig?

  *   Ja: Migrieren Sie die Daten in ein alternatives Repositorium (z.B. Zenodo oder datastore), verweisen Sie in den Metadaten der beiden Repositorien wechselseitig auf den jeweils anderen Speicherort und laden sie weitere (d. h. neure) Dateien nur noch in dem alternativen Repositorium hoch.
  *   Nein: Synchronisieren Sie Ihre OSF-Daten z. B. nach sciebo. Anschließend ist eine Publikation der Daten (z. B. mittels Zenodo oder datastore) möglich. Bei Bedarf steht Ihnen dazu in sciebo die Erweiterung bridgit zur Verfügung.

Hinweis: Bei Bedarf können Sie Ihre in OSF abgelegten Daten über die OSF-Projektseite als ZIP-Archiv herunterladen. Im Falle einer größeren Anzahl an Projekten können Sie hierfür das vom MüCOS zur Verfügung gestellte, experimentelle Backup-Tool nutzen: https://lukasroeseler.github.io/osfbackup/
Bei weiteren Fragen oder bei Unterstützungsbedarf kontaktieren Sie uns gerne.

Mit freundlichen Grüßen
Service Center for Data Management (SCDM)
Münster Center for Open Science (MüCOS)

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Universitäts- und Landesbibliothek Münster
Service Center for Data Management (SCDM)
Krummer Timpen 3
48143 Münster
Tel.: +49 251 83-24000
E-Mail: forschungsdaten at uni-muenster.de<mailto:forschungsdaten at uni-muenster.de>
Website: https://www.uni-muenster.de/forschungsdaten

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